Myself

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Writing in Norway on the way to Bergen © Janine Becker

Ich schreibe, also bin ich!

Im Original von René Descartes liegt ohne Frage der Ursprung, des Pudels Kern und im besten Falle ist natürlich das Denken auch dem Schreiben vorangestellt, aber für mich, da ist das Schreiben selbst einfach der wundervollste Ausdruck der Gedanken. Und bis mir das selbst so klar wurde wie heute, da gingen zuvor so einige Gedanken ins Land…

Hast Du Lust auf ne kleine bis große Zeitreise? Na, dann steig ein in den DeLorean, hau den Rückwärtsgang rein und lass uns mit Vollgas zurück in meine Anfänge brettern!

Wie alles begann…

Das Schreiben von Gedichten trug mich (neben den heroisch-schmachtenden Texten der Backstreet Boys), wie so manch anderen pubertätsgeplagten und von Melancholie verseuchten Teenie, durch die Zeit der ersten Liebe und der ersten Pickel, wenn auch damals noch nicht viel weiter. Geschichten in Rein- und Reimform waren für mich zu diesem Zeitpunkt fast nur innerhalb von Songtexten sinnvoll und zu ertragen (es leben musikalische MEISTERWERKE wie ‚Pray‘, ‚Coco Jambo‘ und ‚Heyo, Captain Jack!‘), aber zum Leidwesen meiner Lehrer waren sie nicht unbedingt in meinen Deutschhausaufgaben verewigt.

Der Einzug des deutschen Hip Hops in die Musikwelt und in meinen Kosmos machte für mich nicht nur vieles besser, sondern auch kurzen Prozess mit DJ Bobo und Konsorten (wie gesagt, er machte vieles besser), sodass mein eigenes Reimemonster immer lauter und hungriger wurde, es erwachte in Slow Motion aus dem Winterschlaf und nahm seine Arbeit wieder freudig auf. Während des Abis und nach dem Ableben der Pubertätsparade (mit dem auch glücklicherweise die boygroupaffine Seite meiner Wenigkeit abrupt starb), konnte ich irgendwie plötzlich dem sonst nicht sooo geliebten Deutschunterricht das erste Mal mehr abgewinnen und Goethe und seine „Homies“ mutierten zu meinen heimlichen Rockstars.

So kam es dann wohl, dass sich gaaanz, gaaanz langsam, still und heimlich die Wörter und Worte der Großen und Kleinen sowie meine eigenen, mehr und mehr in mein Leben und mein Herz schlichen, sich munter vermischten, um spaßbringende literarische Cocktailpartys auf Papier zu feiern. Über viele Umwege, Abwege und kleine Trampelpfade fand ich dann schließlich zu einem Germanistik- und Pädagogikstudium in Kiel (oder es fand mich, das kann man heute nicht mehr so genau rekonstruieren).

Dieses Sammelsurium an Schreib- und Leselust wurde also über viele Jahre feinsäuberlich gehegt und gepflegt, war aber dennoch irgendwie im Inneren und privaten Archiv etwas angestaubt, fand einfach nicht so recht den Weg an die Oberfläche. Da lag er nun, mein eigentlicher Schatz, meine Liebe und Passion im Tiefen verborgen wie ein Laternenfisch und gedeckelt von falscher Eitelkeit, Angst und Zweifel… In dieser sehnsüchtig wartenden Grundposition wirkte dann der schlummernde Schatz plötzlich zusammen mit dem Liebeskummer des Jahrhunderts und gepaart mit dem alltäglichen Wahnsinn eines Chaoskindes einfach mal wie die Flamme an einer Zündschnur bzw. wie der perfekte Katalysator in Sachen „Schreib dich fit“ und à la SSV-/WSV-Motto: „Alles muss raus!“.

Denn (sorry für die Wortwahl) schiet doch der Hund drauf: Wenn du dich selbst und scheinbar alles um dich herum verlierst, sich alles nur noch dreht, du den emotionalen Kater deines Lebens hast und der Drehschwindel auch nicht aufhört, wenn du das Bein aus dem Bett stellst. Wenn du nicht mehr Kapitän auf deinem eigenen Schiff bist und der Steuermann an Bord auch noch an Narkolepsie leidet und wirklich jeden Einsatz verpennt, dann ist genau das manchmal der beste Moment um sein verborgenes Selbst wiederzufinden, es aus dem Tiefschlaf zu wecken und aufzuerstehen – aus sich selbst heraus – um das Ruder wieder an sich zu reißen. Dann heißt es: ne Runde Aspirin einzuwerfen, den inneren Kompass zu putzen, den externen Steuermann über die Planke zu jagen und einfach noch ein Ticket für den wilden Ritt zu kaufen, um dem Chaos freundlich ins Gesicht zu lächeln und die Chance hinter jeder Aufgabe zu sehen!

Ja, ja, wenn der Stein erstmal ins Rollen kommt… ich sprang in die Schneewehe, mitten rein, genau dorthin, wo es weh tat, nahm Kurs auf und ließ mich treiben von mir selbst. Und ich schrieb… ich schrieb stundenlang, manchmal nur ein paar Zeilen, oftmals aber auch Nächte durch, hunderte Seiten, tausende Worte und ich schrieb, schrieb, schrieb, wenn auch nur für mich. Schreiben wurde meine Droge und Medizin zugleich, meine Hoffnung, mein Navi und mein Spiegel, gegen den der Spiegel Nerhegeb bei Harry Potter ziemlich blass aussieht.

Es ging hierbei nicht um triefendes Wehklagen und bitterböse Hasstiraden der Enttäuschung, sondern darum in solchen Momenten und Gefühlslagen auch die Zauberhaftigkeit des Momentes und alltäglichen Wahnsinns zu entdecken, sie zuzulassen mit all ihrer Gewalt. Es geht niemals bloß um andere, fremde Fehler und fiese Vollpfosten, die Schuld sind oder eben auch nicht. Sondern es geht nur um sich selbst in einem Meer aus Gefühlen. Darum wie man es meistern, wie man es schaffen kann, dass kleine und größere Schatten von der Seele wieder auf die Häuserwand gegenüber wandern und dort bitte auch bleiben. Es geht um den Humor im Leben, der schnörkellos und laut gellend im vermeintlich unpassendsten Moment zuschlägt. Um die Ironie des Schicksals, die voller Narzissmus schaltet und waltet und darum, die Dinge manchmal nicht so schwer zu nehmen, wie sie eben tatsächlich sind.

Wie ließe sich das besser anstellen, ertragen als einfach über solche Dinge zu reden, zu schreiben?! Damit benennt man sie, macht sie dingfest, greifbar und man kann schließlich mit anderen herzhaft über sie lachen, gemeinsam diesen Ballast tragen, zur Reling hieven und über Bord werfen. Vielleicht muss man auch mal sinnieren und klagen, motzen und meckern im Kollektiv, um das Seelchen nach einem Absturz ohne Fallschirm wieder zu kitten und wieder frohen Mutes in See stechen zu können. Am Ende zieht dann einfach die gute Laune wieder ein, damit es weitergeht im Text und Song des Lebens!

Ende im Gelände!

Hier bin ich also – ready for the Blog-Takeoff mit Fallschirm, aller Wortgewalt und Wortvielfalt, die ich besitze und voll riesiger Vorfreude auf DICH!

Lass uns zusammen den Wort-Olymp erobern und folge mir und meinen Geschichten auf Word Trip – hier können wir gemeinsam hieven, meckern und lachen!

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