London, Baby! – Part I

Die Queen rief und wir folgten! Zum ersten Mal ging es also für mich nach good old Britain, um Prinz William und seiner Kate, den Doppeldeckerbussen, aber auch der typischen ‚tea time‘ einen Besuch abzustatten, mit im Gepäck: meine liebe Schwester!

Ich freute mich riesig, endlich mal via Kurztrip das so „nahe Ausland“ zu bereisen und dann auch noch mit meinem Schwesterherz – zwei Redheads on Tour in einer Weltmetropole, was will man mehr?

Seit dem sich ein Verflossener (der Kategorie: emotional seeeehr flexibel und einfühlsam wie ein Hackebeil) vor etlichen Jahren spontan entschied einen herrlichen London-Trip mit mir zu buchen und das nur, um anscheinend genauso lustig spontan vier Stunden später mit mir Schluss zu machen, seit dem hatte ich den Gedanken an eine London-Reise mysteriöserweise nie wieder so richtig aufflammen lassen.

Ich glaube der Stachel saß dann doch ziemlich tief, wenn ich nicht sogar gefühlt selbst in einem ganzen Dornenbusch gesessen hatte…nackt in einen Dornenbusch gesessen hatte…

Nackt in einen Dornenbusch gesessen hatte, der auf dem Rasen der Allianzarena während eines Champions League Finales stand… Bayern gegen Real Madrid…beim Elfmeterschießen nach der Verlängerung…

Was natürlich mitunter auch an der Tatsache lag, das ein Zettel des Grauens das komplette Beziehungsende sowie den niemals stattfindenden Reiseantritt verkündete und auf dem emotionalen „Willst du mit mir gehn?“-Briefchen das Nein zweimal angekreuzt war…mit Rotstift…und Ausrufezeichen…Sternchen…Glitzer und Leuchtreklame, aber das ist wohl eine andere Geschichte…eher aus dem Bereich ‚Stories of a Chaoskind‚.

Doch irgendwann muss man ja das Trauma bewältigen, den Stachel ziehen und 5 Jahre später ging es somit ohne Furcht und Gedanken an Altlasten völlig euphorisiert Richtung Plumpudding, Buckingham Palace und Big Ben.

Zunächst beschlossen meine Schwester und ich tatsächlich mal ganz schlichte bzw. „seriöse“ Flüge zu buchen, sprich über Lufthansa und nicht über irgendwelche Billiganbieter, weil das letztlich nicht wirklich teurer war.

Ich hatte einfach keine Lust, dass ich mich wieder an einem 30,-€-Ticket erfreue, das dann aber am Ende doch auf einmal bei 200,-€ liegt, nachdem ich das Online-Prozedere der EXTRAS hinter mit hab. Erst kommt nämlich noch das Extragepäck auf den Grundpreis, dann kostet die Sitzplatzreservierung extra, dann noch extra Steuern und Gebühren, sowie eine extra Versicherung von A bis Z, alles extra, extra, extra. Und dann kaufe ich wahrscheinlich auch noch anteilig irgendwie den Flieger selbst, da der Preis sich bei jedem weiteren gesetzten Häkchen und Klick scheinbar um 50€ erhöht und der Flug teurer ist, als eben jener bei einer Standardfluggesellschaft.

Und ebenso wenig Lust hatte ich auf den Stress mit unfreundlichen und ungnädigen Mitarbeitern der preiswerteren Airlines und so konnte ich mir eben auch sicher sein, dass ich mir nicht 20cm meine Beine abhacken müsste, um in den Flugzeugsitz zu passen.

Außerdem würde ich auch nicht auf Nachdruck einer genervten Flughafenmitarbeiterin mein Handgepäck in diese albernen Gestelle zum Gepäckgrößencheck quetschen müssen, weil die gute Dame das große Geld wittert und auf sie meine zu Hause ausgemessene Tasche plötzlich nen halben Meter zu groß wirkt für das kostenfreie Handgepäck.

Meine These sollte sich mal wieder bestätigen und der Flug mit Lufthansa war super komfortabel, alle Menschen um mich herum freundlich und entspannt, da ging der Kurzurlaub bereits im Flieger los!

So konnten meine Schwester und ich nach einer knappen Stunde Flug, sowie einer ziemlich netten, aber vor allem lustigen Busfahrt gen Hotel inklusive persönlichem Busfahrer-Guide, ein super günstiges und modernes Doppelzimmer im Ibis Hotel nahe des Flughafens Heathrow beziehen (war auch nicht so laut wie befürchtet).

Zimmer war also schon mal TOP und die Lage ebenfalls – direkt an der Bushaltestelle bzw. in Undergroundnähe. Da wir auch noch jeder für drei Tage den Londonpass bestellt hatten, konnten wir mit dem Nahverkehr direkt fahren, ohne umständlich Tickets für Bus oder Bahn lösen zu müssen, seeehr praktisch!

Das Hotelzimmer war also klasse für den Preis und wir richteten uns erstmal kurz ein. Während wir dem ersten Rugby-Spiel im Fernsehen nebenbei frönten und ich irgendwie das erste Mal in meinem Leben dachte, dass Handball ja ein sowas von körperunbetonter Sport ist, schmiedeten wir den Spontanplan für den Rest des Tages. Auf jeden Fall sollte es noch einmal in die Stadt gehen, denn Zeit war ja noch ohne Ende!

Also aufgehübscht und Outfit restauriert, Taschen gepackt und Kameras gezückt und mit dem London Pass als Reiseguide unter der Nase pilgerten wir zum ersten Sightseeing-Spot, den wir noch sehen wollte bzw. den wir als eingefleischte Harry Potter-Jüngerinnen noch sehen wollten! Naaa, klingelt’s? Eeeexakt, wir wollten noch nen Zug kriegen und zwar den Hogwarts Express, also ab zum Gleis 9 ¾!

Wir suchten uns kurzerhand die beste Route zum King’s Cross Bahnhof und tingelten das erste Mal mit Bus und U-Bahn durch London, seeehr spannend – mind the gap!

Dort angekommen, liefen wir dann doch etwas desorientiert von A nach B und konnten irgendwie nicht so richtig identifizieren, wo nun der berühmteste Zauberschüler unserer Zeit immer abreiste. Schließlich folgten wir doch unserem Bauchgefühl und begaben uns erneut in das Innere des Bahnhofs. Nach einer kurzen externen Wegweisung sahen wir es dann endlich: Gleis 9 ¾.

Das sogenannte „Gleis“ 9 ¾ war jedoch letztlich eine kleine Absperrung mit einer Menschenschlange. Vor dieser stand eine super lustige und nette Angestellte im Schaffnerkostüm, die mit allen vier Schals der Hogwarts-Häuser bewaffnet war. Und das alles spielte sich wiederum vor einer Wand ab, an der man einen Gepäck-Trolley, der zur Hälfte in die Bahnhofswand eingemauert ist, bestaunen konnte.

Nach dem braven in der Reihe Anstehen (was der Deutsche ja bekanntlich auch immer artig tut, selbst wenn er nicht genau weiß wohin die Schlange führt), konnten dann tatsächlich Fotos mit dem Trolley und dem eigens favorisierten Schal gemacht werden.

Die angestellte „Schaffnerin“ vom anliegenden Souvenirshop gab lustige Instruktionen („Jump!“), warf im richtigen Moment das Ende des Schals, welcher einem selbst lustig um den Hals baumelte, damit es dann auf dem Foto so aussieht, als würde er im Winde wehen während man durch die zauberhafte Barriere hüpft.

Während dieses Spektakels drückt dann ein anderer Mitarbeiter auf den Auslöser. Es durften aber auch mit der eigenen Kamera Fotos gemacht werden (siehe Foto in der Galerie) und man musste nicht die Fotos des Souvenirshops kaufen. Eine wirklich sehr coole Idee, wie ich persönlich finde und für Anhänger des Harry Potter-Kultes auf jeden Fall sehenswert und ziiiemlich unterhaltsam!


Anschließend waren wir nun so warm gehüpft, dass wir uns noch völlig beschwingt zum Buckingham Palace begaben und ich kann jedem nur empfehlen: schaut euch London bei Nacht bzw. im Dunkeln oder in der Dämmerung an – ich fand es einfach nur atemberaubend!

Die Atmosphäre, die Gebäude und Architektur an sich boten noch viel mehr im Schatten der Dunkelheit, als im grellen Sonnenschein, welcher lediglich das fade Grau und riesige Menschenmassen zu Tage fördert. Nachts sind wirklich alle Katzen grau und der geheimnisvolle Schleier legt sich über London und taucht es in seine schönsten Farben, legt einen Mantel der Gelassenheit über den Trubel und reißt Dich einfach mit.

Alles ist wundervoll beleuchtet, wirkt für meine Begriffe sogar wärmer als am Tage und die Ruhe, die diese sonst so pulsierende Stadt versprüht ist wundervoll.

Unsere Blicke schweiften unsere Kameras klickten und ganz nebenbei erfuhren wir noch, dass am nächsten Tag der London Marathon stattfinden würde… Oh no, dachten wir uns, denn dann würde sicherlich die Stadt völlig überfüllt und der Rummel um alle öffentlichen Verkehrsmittel groß sein…

Na dann, kann ja Tag zwei mit der Queen und vielen verrückten Läufern nur kommen!
Bist Du auch wieder dabei?
Bis hier konntest Du den ersten Tag in London mit mir erleben, falls du noch weitere spannende Geschichten über London hören willst, lies einfach den zweiten Teil der London-Saga (der ist sogar die Harry Potter Special Edition) und ein dritter Teil folgt ebenfalls, in dem wir uns die Füße via Hardcore Sightseeing platt rennen.

Genaue Tipps und Preise, Infos zum Hotel und dem Londonpass findest du in einem Blogbeitrag der Kategorie‚ Tipps, Tricks & Überlebenskünste‘!
Also sei gespannt, wenn es heißt: London, Baby – Part II!

Ich freue mich auf Dich!

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