Lachssafari – tierisches Erlebnis in Norwegen!

Von wegen is mir lax – nicht, wenn da Lachse sind!

Vor über 5 Jahren floh ich ziemlich spontan ihm Trennungswahn von jetzt auf gleich in die Welt hinaus, um irgendwie mal runterzukommen. Zum ersten Mal fuhr ich Hals über Kopf mit einer guten Freundin und mit nichts weiter als zwei viel zu großen Rucksäcken, einem ebenfalls viel zu großen Zelt und meiner treuen Angel nach Norwegen.

Bereits damals stand mir nicht nur der Sinn nach Freiheit und Klarheit im Kopf, sondern auch nach mehr als diesem ganzen und für mich im Trennungsmodus so vermaledeiten Pärchenkrams, den vielen Spießergedanken und dem nervigen Klüngel, der einem innerhalb einer Beziehung so wunderbar Flügel verleiht. Einziges Problem ist nur: Fehlt plötzlich das sichere Netz einer Beziehung, lässt einen dieser einstige Obolus ungnädig hart auf den Betonboden des Lebens rauschen – GAME OVER!

Ich wollte einfach nur wieder durchatmen können und endlich mal etwas erleben außerhalb der Welt eines WIRS. Ich musste und wollte nicht wie mein Verflossener stumpf die Welt und Freuden des Lebens in Grund und Boden feiern, trinken, tanzen, torkeln als hätte man mich von einer Kette gelassen und mich endlich erlöst. Ich wollte mehr als das und mehr als alte Wunden betäuben und Fehler stumm übergehen, denn ich wollte mit der ganzen Sache und mit mir klarkommen und das wirklich echt, live und in Farbe. Erstmal hieß es also alles ordentlich zu verdauen und das Nervenkostüm wieder akkurat anzupassen.

Denn wenn diese mysteriöse Beziehungskomponente auf einmal wegfällt, bleibt oft nur der mitleidige Blick der anderen, während man völlig beschwippst und aufgehübscht bis zum Mond, mutterseelenallein auf einer Hochzeit sitzt, zwischen all den turboglücklichen, aneinanderklettenden Pärchen und sich am liebsten selbst mit der Krawatte des Bräutigams erhängen würde – exakt DAGEGEN musste ich mich wappnen!

Geheult hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon genug und die Nase hatte ich ebenfalls gestrichen voll von den angeblichen Helden des Universums (Männchen), also musste Hilfe zur Selbsthilfe her. Norwegen, Pampa, Einöde, puristisches Equipment und mit einem der wundervollsten Menschen mit dem ich je verreist bin im Gepäck, sowie dem Plan Norwegen zu erobern ging es also los – Project Reset has started!

Der Urlaub bezeichnete zwar ein kleines, großes Ende, jedoch ebenso einen grandiosen Anfang, denn nun kroch meine Reiselust aus dem Spießbürgertum der Beziehung heraus und befreite sich von dessen Zwangsjacke. Ich wollte nun endlich einfach nur wieder die Welt entdecken, erobern und erklimmen. Also dachte ich mir: Let’s go for it!

Vor dem ersten Urlaub in Norwegen hatte ich bereits im Vorfeld von der Lachssafari in Sand gehört und meine liebe Peety und ich standen damals im Jahre 2009, als wir nun Norge das erste Mal besuchten, sogar bereits vor der Tür bei Mo Laksegard. Jedoch platzte zu diesem Zeitpunkt Sand aus allen Nähten, war ausgebucht bis auf Tage, sodass wir sogar für eine Nacht zähneknirschend im schicken, aber ebenso teuren Fjordhotel residieren mussten. Tja, und Plätze für die Lachssafari waren natürlich auch nicht mehr zu ergattern – man hätte reservieren müssen. Hätte, hätte, Fahrradkette…und so reisten wir damals ohne Lachssafari im Erinnerungsalbum weiter.

Seitdem ich unverrichteter Dinge dort abrauschen musste, hatte sich also in meinem Kopf die Lachssafari eingebrannt!

Jetzt fragst Du Dich sicherlich, was denn bitteschön so eine Lachssafari konkret ist, oder?

Das fragte ich mich natürlich auch, jedoch verrieten mir einige Youtube-Videos und die hauseigene Homepage von Mo Laksegard worum es im Großen und Ganzen bei dem Happening geht.

Und zwar kann man sich dort mit einer Art Floating-Anzug, also einem Schwimm-Overall der Auftrieb erzeugt (und der mittlerweile nicht mehr ganz so rustikal wie in den alten Videos ausfällt), in den unmittelbar angrenzenden Fluss, dem wunderbaren Suldalslågen, schmeißen und treiben lassen. Der riesige Fluss gehört zur Kommune Suldal in der Fylke Rogaland im Südwesten Norwegens. Dabei legt diese Ader des Lebens eine geschmeidige Strecke von insgesamt 22 km zurück und mündet eben in dem wundervollen Örtchen Sand.

Maßgebliches Highlight ist jedoch, dass dieser Fluss Einzugsgebiet und Heimat unzähliger, großer Lachse (auch über 15kg!) und Forellen ist, ein wahrliches Anglerparadies und bereits von Weitem ist das Ufer von vielen Fliegenfischern gesäumt.

Ergo: wenn man sich mit den Anzügen in die Fluten stürzt, dann kann man zum ersten Mal den Fisch nicht an der Angel zappeln sehen, sondern in seiner natürlichen Umgebung bewundern. Wenn man sich dann noch in einem Fluss und von seinen Stromschnellen treiben lassen kann, eins mit ihm wird, das hat man ja auch nicht alle Tage. Dies klang und klingt immer noch wie Musik in meinen Ohren – alles also mehr als spannend!

Es musste zwar Norwegen-Urlaub Nummer VIER folgen, bevor ich nun endlich an der langersehnten Lachssafari teilnehmen sollte, jedoch wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben!

Diesen Sommer war es dann so weit und ich konnte nach einer rechtzeitigen Buchung bei Bjørn Moe zusammen mit meiner guten Freundin Anja die Lachssafari in Angriff nehmen. So fuhren wir nach Ankunft in Stavanger mit der Schnellfähre ins beschauliche Sand und auf den wohl günstigsten Zeltplatz des Landes (50NOK für ein Zelt und zwei Personen ohne Auto!). Wir schlugen dort unser Lager auf und hatten eine dann doch eher fröstliche erste Nacht in Norwegen, nach der ich feststellte: Gott, ich werde wohl doch langsam alt!

Am nächsten Tag pellten wir uns völlig zerknittert und zerknautscht mit Rücken-, Hüft- und Ganzkörperstarre aus unserem neuen Heim, begrüßten völlig gerädert die strahlende Sonne und ich fragte mich nach der ersten Nacht bereits, wie ich das noch weitere 9 Tage überstehen sollte, da ich mich ja jetzt schon wie eine 90-Jährige mit Dekubitus fühlte. Immerhin, da ich mich wohlweislich mit Ohropax verpfropft hatte, wurde ich im Gegensatz zu der armen Anja nicht von unserem schnarchenden Nervnachbarn zum vorzeitigen Aufstehen genötigt. Dennoch: Ich sah aus wie ein chinesischer Faltenhund und fühle mich wie kurz vor einer Grippe, jedoch ging es Anja ähnlich, was mich zum einen etwas beruhigte und zum anderen wohl lediglich das Zeichen dafür war, dass wir erstmal den Weg ‚back to the roots‘ und ‚back to the basics‘ finden mussten.

Nach unserem absolut komatösen Schlaf, der durch den besagten großen Schnarchangriff des Nachbarn beendet wurde, starteten wir nun in den Tag. Wie könnte der Start besser gelingen als mit kulinarischer Hilfe in Form von „Lefsegodt“, das Anja uns als großartigen Franzbrötchen-Ersatz von der gegenüberliegenden Tanke besorgt hatte, denn um 14 Uhr sollten wir ja auch bereits bei Mo Laksegard sein und zu Wasser gelassen werden.

So pilgerten wir zeitig vom kleinen, schedderigen Campingplatz bei herrlichem Sonnenschein zu Bjørn Moes‘ Anwesen und allein der Weg dorthin war schon mehr als malerisch. Wir überquerten den reißenden Fluss indem wir die große Brücke passierten und konnten beobachten wie das Wasser erbarmungslos durch das Flussbett preschte, hier und dort kleine Strudel hinterließ, die in der Ferne schillerten und schimmerten.

Bei dem Gedanken daran, nur wenig später selbst in diesem schnellenden Nass zu treiben, wurde es mir dennoch etwas mulmig, denn die Gewalt der Natur schien auf einmal doch mehr als präsent. Zwischen meinen aufflammenden Befürchtungen tanzten dann plötzlich auch noch Schmetterlinge und Vögel wohlgesonnen durch die milde Sommerbrise und die Pflanzen und Blumen am Wegesrand rahmten diese Szenerie perfekt ein. Mit diesen wunderbaren Bildern im Kopf zog zunehmend meine Gelassenheit wieder ein und wir wackelten frohen Mutes weiter des Weges.

Nach einem letzten ziemlich steilen „Aufstieg“ kamen wir etwas aus der Puste am schönen Holzhüttchen von Bjørn an. Dort wartete auch bereits eine junge Norwegerin vor dem Haus und nach kurzer Inspektion beschloss ich einfach mal das Haus zu betreten und zu gucken, wo denn der Rest vom Schützenfest so steckt. Im Inneren saß ein Vater mit seinem Sohn und nur wenig später kam Bjørn selbst gemächlich um die Ecke gefegt und hieß uns freundlich willkommen. Wir machten es uns gemütlich im Sitzungsraum, nahmen das kleine „Anwesen“ ganz genau unter die Lupe und nutzten erstmal schnell das WIFI um unsere weiteren Norwegenreisepläne etwas abzuklären.

Mo Laksegard ist einfach toll, wie es so mitten auf dem Hügel thront mit seinen hübschen Wintergärtchen die das Haus umsäumen, mit dem kleinen Pool im Innenhof, alles ist aus hellem Holz gebaut und wirkt insgesamt einfach nur kuschelig zum Wohlfühlen. Gegen 14 Uhr startete das Happening und Bjørn gab uns Anweisungen und Informationen zur Lachssafari.

Die Lachssafari gibt es bereits seit Mitte/Ende der 90er Jahre und 27 Filmteams aus aller Welt haben bereits von ihr berichtet. Anschließend machte er uns genauestens mit dem Fluss vertraut, zeigte uns mit den tollsten Panoramaaufnahmen wie wir genau, wo den Fluss passieren würden und wo die Gefahren lauerten. Wir würden 2km den Fluss entlangtreiben, sollten besonders Acht bei der Brücke und Leiter geben und uns vor bestimmten Stromschnellen durch vorzeitigen Richtungswechsel schützen.

Daraufhin wurde uns die Kleiderordnung nahegelegt – erste Lage: Schwimmzeug oder ähnliches, ich zog dann noch ein Funktionsshirt und ne Schwimmshorts über den Bikini, weil ich nicht halbnackt in den blauen Fozzie Bär-Anzug aus Teddyfell schlüpfen wollte, der folgte nämlich in der nächsten Schicht. Über diesen dicken Plüschanzug kam dann der Floating-Overall und über diesen noch Neoprenhandschuhe und leichtes Schuhwerk mit dem man dann auch ins Wasser gehen sollte. Zum Schluss noch Taucherbrille und Schnorchel und fertig ist das Outfit für die Mondexpedition!

Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass die Anzüge zwar Auftrieb geben, jedoch nicht wasserdicht sind (was ich auch gleich beim ersten Eintauchen ins frische Nass des Pools erleben durfte) und man Wechselklamotten dabeihaben sollte.

Dann machte Bjørn uns noch mit einem seiner Mitarbeiter bekannt, der mit uns und im Schwimmanzug ins Wasser gehen würde, während er selbst im Kanu inklusive „Rettungs-Abschleppleine“ nebenher fahren würde. Falls wir also in Panik oder eine Stromschnelle geraten, jedoch nicht aus eigener Kraft wieder herauskommen würden, so wäre Bjørn mit dem Kanu zur Stelle, um uns wortwörtlich aus dem Schlamassel zu ziehen. Wir sollten jedoch unter keinen Umständen versuchen ins Kanu zu klettern, denn das wäre natürlich eine selten dämliche Idee, die letztlich alle Beteiligten in Gefahr bringen würde (er sagte dies natürlich nicht ohne ein Zwinkern, das uns verriet, dass es so eine Situation bereits schonmal gegeben hatte).

 

Nach der Instruktion und der Verkleidungsparade ging es in den hauseigenen Pool und wir wurden zu Wasser gelassen. Welch ein Spaß, das sag ich Dir! Voller Genuss ließen wir uns ins kühle Nass plumpsen, planschten und schwammen, um uns mit dem Gefühl der vermeintlichen Schwerelosigkeit vertraut zu machen. Wie ich bereits betonte, war ich nach dem ersten Satz ins Wasser schon nass und ein ziemlich großzügiger Rinnsal kalten Poolwassers floss mir vom Nacken über den Rücken und genüsslich abwärts bis zum Hintern – der Schlübbi bzw. dat Bikinihöschen und der Rest meiner Unterbekleidung waren also gleich zu Beginn bereits nass.

Trotzdem wollte ich nicht noch die Panzertape-Optimierungs-Variante ausprobieren, mit der die Anzüge dann noch „individualisiert“  und angepasst wurden, sprich es wurde einfach all das festgeklebt und an den Körper gepappt, was eigentlich nicht so recht passte, damit letztlich weniger Wasser eindringen konnte. Naja, sind wir mal ehrlich, nass war ich ja nun eh schon…wat solls!

Nun waren wir also ready for take off und taperten in voller Montur und im Gänsemarsch hinunter zum Fluss, was für Außenstehende wohl ziemlich abgespaced aussehen muss, jedoch für die Anwohner in Sand bereits kalter Kaffee ist. Am Ufer angekommen, wurde bereits alleine vom Zuschauen deutlich wie viel Power so ein reißender Fluss bereits nur von außen betrachtet hat. In Begleitung stapften wir also in den Fluss und nach zwei Schritten dachte ich bereits, dass es mich von den Füßen haut, Wahnsinn! Das Wasser war natürlich noch viel, viel kälter als das des Pools und laut Angaben von Bjørn hatte es sagenumwobene 8/9°C… Brrrrrrr… Auch wenn das meiste des Körpers von den Anzügen bedeckt war, unter 10°C kaltes Wasser, das fetzt nochmal ganz anders, zumal ja das Gesicht und der Kopf ungeschützt waren.

Ich war ziemlich nervös, total komisch, denn eigentlich bin ich ja an das ins Wasserstapfen mit der Wathose gewöhnt, jedoch war das hier irgendwie ne andere Hausnummer. Ich musste mir erstmal eintrichtern, dass ich erstens nicht untergehen bzw. noch nasser als ohnehin schon werden kann (das war glaube ich der erste ungewohnte Gedanke, dass der Anzug nicht volllaufen kann oder mich beschwert) und zweitens, dass der Fluss schon seine Arbeit macht und mich einfach mitnimmt, wenn ich ihn denn lasse. Das war mal Kontrollverlust auf ganz anderem Niveau!

Also hieß es, sich erstmal locker machen und ins Wasser setzen und treiben lassen. Das ging vielleicht ab – HEIDEWITZKA, Herr Kapitän!

So saßen wir alle wie in imaginären Sesseln auf der Oberfläche des Wassers und ließen uns wie kleine Buddhas mit den Hintern im Wasser sitzend treiben. Wenig später hatte ich dann auch meine Taucherbrille und den Schnorchel endlich so gut justiert, dass der erste Blick unter die Wasseroberfläche gewagt werden konnte.

Das eiskalte Wasser riss an meinen Ohren, betäubte mein Gesicht wie tausend Nadeln, aber beim Anblick dieser so fremden Unterwasserwelt vergaß ich alles. Nicht die leuchtenden Tropenfische, die in den Aquarien immer so hoch angepriesen werden und auch keine Korallen schillerten den Augen entgegen, sondern die andersartige bescheidene und nicht weniger schöne Natur des Nordens zeigte sich von seiner faszinierendsten Seite. Wie bunter Samt schimmerten die Pflanzen unter Wasser im Strom des Flusses, wogen sich in seinem Rhythmus, ergaben sich seinem Takt. Die Steine leuchteten und reflektierten die gleißenden Sonnenstrahlen die durch die Oberfläche brachen und der Fluss offenbarte mit dem Blick unter seine Decke, seine ganze Schönheit.

Gelegentlich mussten wir einigen Instruktionen Folgen, um den Stromschnellen und den teilweise nicht mal 1m tiefen Stellen unbeschadet zu entkommen, aber irgendwie war es wie Bjørn sagte, man musste nur einfach mal loslassen, wortwörtlich und der Fluss nahm einen unter seine Fittiche. Über Wasser tobte und preschte der Fluss mit all seiner Kraft, unter Wasser war es still und leise, eine andere Welt, die jedem Kinobesuch den Rang abläuft.

Während ich mein eigenes Tempo wählte und vor mich hin schwebte, völlig verschmolz mit dem Gesehenen, da war er plötzlich! Ich sah ich meinen ersten Fisch, einen Lachs – WAS für ein Propper! Auch nur das kleinste hektische Winken und mein mühevoller Versuch den anderen Teilnehmern den tierischen Besuch auf diese Weise mittzuteilen, verebbte in der blitzschnellen Flucht des Tieres, wow! Es folgten insgesamt noch weitere 6 Lachse und eine wunderhübsche Forelle, ich war völlig außer mir vor Glück. Denn das waren nicht irgendwelche kleinen Fische oder bloß Lachse, es waren Riesen voller Kraft und Anmut.

Und nein, ich benutze hier nicht das Anglerlatein, bei dem die Umrechnungstabelle von Fischzentimetern auf „normale“ Zentimeter unterschiedlich geeicht ist, sondern mich selbst als Maßstab. Ich bin keine kleine Person, weiß aber, dass die Fische, die ich gesehen habe mir locker bis zur Hüfte gingen! Diese Giganten schossen nicht nur entspannt über den einen Meter hinaus, sondern brachten sicherlich auch die dazugehörigen Kilos mit auf die Waage.

Vor Kraft strotzend standen sie ruhig auf der Stelle tänzelnd am Grund des Flusses, gaben sich der Strömung hin, als wäre sie nicht vorhanden. Sobald auch nur die kleinste Bewegung dieses ruhende Spiel störte, schossen sie wie mächtige Silberpfeile davon und stoben in alle Himmelsrichtungen. Diese wunderbaren Geschöpfe zeigten sich von ihrer imposantesten Seite und ich fühlte mich wie der Gast in einem fremden Wohnzimmer, hier im Wasser des Suldalslågen hatten sie unangefochtenes Heimrecht und wir waren nur die Statisten.

Dank des kristallklaren Wassers blieb uns keine Ecke und kein Winkel des Flusses verborgen und an der tiefsten Stelle konnten unsere Blicke in über 12m Tiefe über den Grund streifen, einfach traumhaft!

Nachdem wir die knapp 2km lange Strecke im Anzug treibend zurückgelegt hatten, war der Spaß dann leider vorbei. An einer seichteren Stelle stand bereits am Ufer ein Wagen bereit, der uns einsammeln und zurück zum Haus von Bjørn bringen sollte. Allein wieder aufzustehen und das bei der immensen Strömung, war nicht leicht. Nur mit Mühe konnte ich mich irgendwie auf meine wackeligen Beine stellen, kam jedoch kaum aus dem Wasser, weil der Fluss so sehr an mir riss.

Nach erfolgreicher Rettung ans Ufer zwängten wir uns alle in den VW-Bus, in dem sich nur eine Sitzbank mit zwei Plätzen befand und in dem der Rest der Truppe auf leeren und umgedrehten Pfandkisten Platz nehmen konnte.
So schüsselten wir zurück zu Mo Laksegard und tauschten uns aufgeregt während der kurzen Fahrt aus. Jeder hatte zumindest einen Fisch gesehen, die meisten jedoch längst nicht so viele wie ich, ich hatte also einen richtigen Glückstag erwischt! Alle waren wie ausgewechselt, die zuvor noch recht ruhige und gefasste Gruppe sprudelte voller Euphorie, sodass es ansteckend war. Die Lachssafari bewegte alle irgendwie auf unterschiedlichste Art und Weise, aber jeden tief.

Wieder in der „Lachssafari-Zentrale“ gelandet, zogen wir uns alle um und hängten die Anzüge zum Trocknen über den Zaun. Ich war komplett nass und beschloss Bjørn einfach zu fragen, ob er eine Dusche hätte, die wir benutzen könnten. Natürlich überließ uns der freundliche Norweger seine Duschen, inklusive schön flauschiger Handtücher. So konnten wir nach diesem doch ziemlich frischen Erlebnis das Badezimmer von Bjørn in einen türkischen Hammam verwandeln und so lange bzw. so heiß duschen wie wir wollten. Das hatten wir auch bitter nötig, denn als die Aufregung und das Adrenalin etwas schwand, konnte die Kälte wahrhaftig unverfroren in unsere Glieder ziehen und auch der Sonnenschein allein reichte nicht zum Aufwärmen. Nach der wunderbaren Dusche und dem Bezahlen half uns der super hilfsbereite Bjørn noch unseren weiteren Trip zu planen, telefonierte mit dem Busunternehmen, checkte Bus- und Fährpläne im Internet für uns und wir zogen nach einem herzlichen Abschied völlig beschwingt von dannen.

Der Tag war einfach wundervoll und auf dem Campingplatz ließen wir das Gesehene und Geschehene zum betörend schönen Sonnenuntergang vor norwegischer Kulisse und mit einer Ladung Käsebrot ausklingen.

Ich kann jedem Naturbegeisterten nur empfehlen: AB ZUR LACHSSAFARI! Denn sie packt Dich und nimmt Dich einfach mit in eine andere Welt.

Allein der Gedanke, dass ich vielleicht irgendwann noch einmal nach Sand zurückkehren und selbst mit der Fliegenrute am Ufer des Flusses stehen werde und dann genau weiß, was für wunderbare Geschöpfe sich unter der Oberfläche verbergen und dort auch nur beißen könnten, allein dieser Gedanke lässt mich vor Aufregung sprühen, ist elektrisierend.

Und falls Du denkst, das ist nix für Dich – das ist wirklich für jeden etwas, der sich einfach mal treiben lassen und eins mit der Natur werden will!

Also, ich bin mir sicher: Auch DU würdest das rocken und es lieben!

  2 comments for “Lachssafari – tierisches Erlebnis in Norwegen!

  1. Dezember 15, 2014 at 9:27 am

    Ein wirklich toll geschriebener Bericht. Tolle Fotos und vor allem mitreißend! Mehr davon, bitte!

    • Janine
      Dezember 15, 2014 at 12:21 pm

      Vielen lieben Dank für Dein positives Feedback, lieber Marcel! :-) Es freut mich ganz besonders, dass dieses doch etwas skurrile Erlebnis so gut ankommt und auch Dich aus der Ferne begeistern kann – Nachschub kommt ganz gewiss! 😉 Liebe Grüße aus dem derzeit recht regnerischen Kiel, Deine JaNine von Word Trip

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