Das neue Jahr meets Hirn-Adipositas – The same procedure as every year

Nun ist zwar das Jahr bereits drei Tage alt, nichtsdestotrotz: Frohes Neues, ihr Lieben!

Das war vielleicht ein verrücktes Jahr 2014, wild, wild, wiiiiild…

Oft war es schön und manchmal (sorry) scheiße. Einige Male war es ganz schön (nochmal sorry) scheiße und häufig war es verdammt nochmal richtig scheiße schön (dafür gibt’s kein ‚Sorry‘, sondern ein großes ‚Yeeeeeeehaaaaw‘!).
War es bei Dir auch so verrückt und bist Du gut ins neue Jahr gekommen?

Bei mir war Silvester großartig und ich habe mit meinen Lieblingsmenschen das neue Jahr gebührend begrüßt. Ich kann gar nicht glauben, dass nun ein phänomenales Jahr 2015 auf uns lauert!

Wo ist die Zeit bloß geblieben? Haben wir nicht gerade erst noch das Millennium mit Pomp und Gloria, sowie mit einem äußerst bedenklichen Sinn für Mode willkommen geheißen?

Nein? Na, das ist dann doch schon 15 Jahre her… 15 Jahre?! Da komme ich irgendwie nicht ganz mit, hänge wohl doch noch in der mentalen Slow Motion fest.

Kaum sinniere ich über den Start ins neue Jahr und über die letzten Monate des alten, zwischen all dem aktuellen Wirrwarr und kann gerade eben so das Datum verinnerlichen oder besser gesagt im Briefkopf korrekt die letzten Ziffern ergänzen – Schwupp, da ist es auch schon wieder vorbei und die Tipp-Ex-Maus erfüllt gewissenhaft ihren Dienst, bis ich die neue Jahreszahl dann endlich gegen Ende des laufenden Jahres doch mal auf dem Kasten habe.

Gefühlt ließ ich doch eigentich gerade noch Ostern revuepassieren, während ich den letzten Schokoweihnachtsmann erst gestern genussvoll köpfte und dabei das vorletzte Silvester höchst aktuell vor meinem inneren Auge herumsprang. Da soll ich diese Bilder auch schon wieder neu überschreiben? Hmmm…

Wasn Stress!

Kennst Du auch dieses heimtückische Gefühl des geistigen Nachrückenmüssens?

Das sind doch irgendwie immer die selben Muster, die wir durchlaufen, wenn das letzte Jahr endet und das neue beginnt. Da sag ich nur: Und jährlich grüßt das Murmeltier!

Musstest Du Dich vielleicht auch mal wieder auf den letzten Drücker mit der altbekannten und alljährlich lästigen Frage herumschlagen: „Was machst Du Silvester“?

Zum nervtötenden Planen am Jahresende kommt dann auch immer wieder passend hinzu, dass alle Menschen um einen herum einfach mal gaaaanz spontan total durchdrehen und das weil (surprise, suprise) das Jahr VÖLLIG überraschend endet! UND natürlich weil man mal wieder einen Tag in der Woche nicht einkaufen kann und man ja tatsächlich bei der eintägigen Einkaufssperre des rigorosen Einzelhandels verhungern könnte – Klassiker das Jahreswechsels eben.

Fallen dann noch drei Flocken Schnee, übertragen sich Chaos und das rege Treiben des gesellschaftlichen Ameisenhaufens auch auf die Straßen. Alle fahren dann exakt so, als hätte es noch niemals zuvor geschneit und als müssten sie im Winter Wonderland ihre erste Fahrstunde absolvieren. Auch dieser Ausnahmezustand hat somit immer und immer wieder einen unverkennbaren Déjà-vu-Charakter.

Falls Du dieses Jahr doch schon rechtzeitig diesen Vorstadien der Silvestervorbereitungen entkommen und Dich ‘just in time’ im sicheren „ich feiere in…und dort mit…“-Körbchen wiederfinden konntest, dann hat Dich doch bestimmt wenigstens der Trott des Jahresendes mit einem der mindestens 398 fiesen Jahresrückblicke zu fassen gekriegt, oder? Und das, obwohl Du so etwas doch eiiigentlich gar nicht guckst, habe ich Recht?

Vielleicht wurdest Du ja auch durch Oliver Geissens gruselige Chartshow in der Horror-Deluxe-Silvester-Version mit extra vielen und besonders unbekannten B-Promis gequält?

Eine Hitparade des Grauens, die sich leider nicht nur einmal im Jahr wiederholt, aber gegen Ende des Jahres eben noch massiver als sonst auf den guten Geschmack einprügelt. In dieser Sendung hauen sich die unbekanntesten B- oder vielmehr C- bis D-Promis (in jedem Falle, was die Körbchengröße betrifft) vor der Kamera so dermaßen die Hucke voll und tun dabei so, als wären sie die Partyanimals der Nation. Dabei sind sie dann auch noch so ungeniert und pseudo hip – alles ist so unfassbar unzensiert – dass man vermuten könnte, dass der Produzent samt Regie und Aufnahmeleitung bereits mit 5,8 Promille kichernd backstage bei ‚Tat, Wahrheit oder Pflicht‘ versackt ist.

Dies alles passiert dann auch noch glorreicherweise vor dem Hintergrund, dass die Sendung bereits im Oktober aufgezeichnet wurde, die ganze Gurkentruppe sich jedoch natürlich permanent diesbezüglich versabbelt und dass Flaschendrehen nach der 6. Klasse und in der Öffentlichkeit einfach nur mehr verstörend als unterhaltsam wirkt, wirklich keine Sau so etwas sehen möchte. Dadurch schreit der Fremdschäm-Modus bereits nach 3 Minuten alarmierend um Gnade, nach Umschalten und „bitte setzt den Kram ab!“.

Und irgendwie soll es dann dabei auch noch um Musik gehen, was jedoch trotz des Titels Chartshow nur eine noch unangenehmere Begleiterscheinung ist, als die Sendung selbst.

Da singen dann ab und zu irgendwelche ausrangierten „Künstler“ mit grauem Haar zum schlecht getimten Playback und mit barbusigen Blondinen als Tänzerinnen im Hintergrund, die jedoch nicht mehr als „Schritt-Klatsch-Schritt-Klatsch-Grinsen“ auf die dürren Beinchen bringen. Statt große Unterhaltung sorgt diese traurige Inszenierung bei mir lediglich für betroffene Blicke. Ich frage mich dann ernsthaft, muss das denn sein, dass der alte Mann sich und allen Beteiligten das noch antut? Warum verhindert das niemand und was für Tabletten hat der bitte eingeworfen, dass der mit scheinbar 210 Jahren das noch wuppt?

An dieser Stelle hoffe ich dann immer nur, dass wenn es jemals soweit kommen sollte, meine Freunde mir die Luft aus den Reifen des Gehwagens lassen, falls ich mich von fehlender Schamgrenze getrieben zu solchen Peinlichkeiten irgendwann mal berufen fühle sollte.

Ja, ja, diese wenig amüsante TV-Jukebox ist gemeinsam mit den essentiellen Jahresrückblicken, in denen sich alle so gleichsam einig uneinig sind, was denn nun DAS Highlight oder Nicht-Highlight des Jahres 2014 war, sie sind und bleiben wirklich ein unerklärliches und trotzdem immer wiederkehrendes Phänomen.

Ein Phänomen, dem man sich, so sehr man auch will, nicht gänzlich entziehen kann.

Warum schauen wir überhaupt so präzise und mit viel Tamtam auf ein angeblich so bescheidenes Jahr zurück, suhlen uns im Schmerz der Tragödien und in einem Jahr, in dem letztlich den meisten eh nur die WM als DAS wirkliche Ereignis des Jahres im Kopf bleibt und alles andere nur furchtbar war?

Warum tun wir uns so etwas immer und immer wieder auf unkluge Art und Weise an? Und das ganze, obwohl wir wissen, dass beim großen TV-Rückblick schnell das eine Glas Wein, das man genussvoll verzehren wollte, letztlich zur hinuntergestürzten ganzen Flasche Wein wird, weil man so wehmütig auf das Vergangene blickt und gar nicht fassen kann wie dicht Freud und Leid beieinander lag. Da können auch die paar Pandababys, Vierlingsgeburten und Promi-Traumhochzeiten des Jahres nicht wirklich etwas dran ändern.

Warum gucken wir nicht einfach lieber prognostisch und freudig aufs neue Jahr und mutmaßen dabei beschwingt, was es wohl so Gutes bringen möge? DAS wäre doch mal was – eine JahresVORSCHAU sozusagen!

Arme Zeitrechnung, schießt es mir da nur durch den Kopf… Jedes Jahr diese elendige Selbstkasteiung durch den Pöbel, der eh bereits mit großen Schimpftiraden auf ihr herumhackt und dann kommt auch noch eine wehmütige bzw. noch viel reumütigere mediale Retrospektive hinzu – na dann prost Mahlzeit!

Das selbige, arme Ding namens Jahr muss sich dann unter Zeugen einer oftmals pathetisch-patriotischen Begutachtung unterziehen, wird genauestens beäugt und kein noch so kleiner oder großer Schlenker entgeht den Birgit Schrowanges und Frauke Ludowigs des Medienkasperletheaters. Als wäre das nicht genug, quiekt garantiert dazu noch unbeirrt die immer gleich grinsende Helene Fischer mit ihrem Perlweißlächeln zum tausendsten Mal „Atemlos“ ins Mikro und Ralf Schmitz kloppt sich mit Mario Barth um die peinlichsten und wirklich, wirklich unlustigsten Witze des Jahres.

Leider alles mehr gewollt als gekonnt und in Formate voller Kohle, aber ohne wirklich ansprechendes oder anregendes Konzept gepresst. Hat alles so viel Charme wie Schopenhauers Bild der Frau und wirkt genauso visuell reizvoll wie Sardinen aus der Dose. Masse statt Klasse – made by money und Profit. Die denken sich auch nur noch: Irgendwer wird’s schon „fressen“…

Da regen sich alle ausschließlich über die ja auch wirklich desaströsen und nicht annehmbaren Zustände bei der Tierhaltung und Lebensmittelproduktion auf und schreien nach großer Veränderung, Gesetzen und Vorschriften, was ja auch generell top ist und bereits viel Umdenken losgetreten hat. Jedoch was unser Hirn und Geist, unser Zentrum des Seins so als Futter und Brennstoff aufgetischt bekommt, da kräht nun wirklich kein Hahn nach – Reality Shows, Klatschblätter und Hirn-Adipositas olé, sag ich nur!

Nicht nur die Arterien im Körper verstopfen durch zu viel schlechtes und fettes Essen, sondern der Kopf „verfettet“ meiner Meinung nach durch dieses wahllose Vernaschen solcher vermeintlich leichten Medien-Kost. Das Denken stumpft ab, genauso wie Wahrnehmung und Reflexion dabei abnehmen, bei solch unkontrollierten Fernseh-Fressattacken – hoher Brennwert ohne geistigen Nährwert!

Das soll nun nicht so klingen, dass ich diese zuvor erwähnten „Künstler“ nicht schätze, im Gegenteil. Aber darum geht es an dieser Stelle ganz und gar nicht, sondern vielmehr um das, in was sie da machmal „verwickelt“ sind und für was sie ihr Antlitz da so sang und klanglos hergeben.

Klar, blättere ich beim Arzt auch ab und zu in ner Gala herum und konsumiere ebenfalls manchmal volle Dröhnung Trash-TV, aber bei diesen Formaten verhält es sich eben einfach so, wie mit dem Alkohol: die Kombi und die Dosis macht es!

Genauso wie die Einstellung dazu nicht unwesentlich ist, aber auch die Grundlage bzw. Grundstimmung ist entscheidend für die “Verdauung” solcher Kost, sonst geht’s nämlich wie beim Alkohol gewaltig in die Hose oder eben mental reihernd über die Kloschüssel. Man kommt dann einfach aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus – man hört, sieht, liest viel, ohne tatsächlich etwas richtig gehört, gesehen, gelesen oder aber verinnerlicht zu haben.

Mal ist so ein Konsum ja auch nicht verfänglich, lässt das Hirn auch nicht sofort adipös erstrahlen und den Geist in Watte packen, aber ausschließlich?

Da ist der wissenstechnische Infarkt doch irgendwie vorprogrammiert und dass dann einige Leute Goethes Faust für den Künstlernamen eines Boxers halten, wirkt auf einmal wohl auch nicht mehr völlig überraschend.

Wie ich bereits sagte, ich bleibe ja auch mal an so etwas hängen…und auch zum Jahresende von 2014 dauerte es bei mir nicht lang und ich ertappte mich natüüürlich selbst dabei, als der Blick beim Zappen auf einem ebendieser fiesen Jahresrückblicke hängenblieb.

So ganz nach dem Motto Autounfall – man kann nicht richtig hin-, aber auch nicht weggucken und schon gar nicht wegschalten!

Und wie ich mich so zwischen Kleenexbox und einem schweren Seufzen zu „Die besten 10 Internet-Momente des Jahres 2014 “ wehmütig im Takt der kitschigen Youtube-Videos wiegte, die melodramatisch von Celine Dion unterträllert wurden, da fühle ich mich plötzlich als wäre die Titanic soeben noch einmal gesunken und als könnte ich die ganze Welt umarmen oder aber natürlich retten – verdammte Macht der Medien! Grrrrr…

Was manipulativer Schnitt, dazu passende Musik und treffende Kommentare in Kombination mit einem weihnachtsbenebelten und harmoniesüchtigen Hirn nicht alles so anrichten können. Tze, tze, tze…unglaublich.

Man, man, man, is das’n Wind!

Wind im Kopp, sag ich nur und das alles zum Jahresende und obwohl man diese fiese Masche doch eigentlich kennt. Hab auch fürs Gewissen und im Kampfe gegen die böse Hirn-Adipositas gleich im Anschluss 2 Stunden Arte geguckt und ne Runde Hemingway gelesen, das dürfte wohl als Ausgleich genügen.

Dennoch haben auch die ganzen Trash-Medien ein Gutes, WENN man es denn so weit kommen lässt: man denkt nach und wird sich gewisser Sachen bewusst. Selbst wenn es nur die Tatsache ist, dass solch ein Fernsehprogramm auf Dauer immense Volksverdummung impliziert und sich jede Sekunde bestimmt 1 Mio. Hirnzellen freiwillig in den Tod stürzen, selbst DAS ist wunderbar! Denn Bewusstsein bedeutet sich selbst bewusst zu sein oder zu werden und darüber, was man tut, denkt, sagt – darauf kommt es doch an!

Auch wenn manchmal auf diese Art und Weise der Impuls von außen gegeben wird und sei er nur durch einen bekloppten Jahresrückblick losgetreten – ich fange in solchen Situationen immer an ganz kräftig zu sortieren und gnadenlos aufzuräumen!

Nicht im Zimmer (schön wär’s, aber ich bin ja nicht verrückt oder gar unnötig übermotiviert bereits kurz vor dem Jahreswechsel), sondern im Kopf, im Kalender, in den Momenten und den Menschen des Jahres.

Und das kann ich auch nur weiterempfehlen: Bloß nicht aufhören, wenn die Gedanken losrollen, sondern dann erst richtig anfangen!

Am besten natürlich auch in der eigenen kleinen Welt und nicht in der glitzernden oder auch glanzlosen Promiwelt am anderen Ende des Globus. Klar ist es immer leichter und angenehmer über Dinge zu grübeln und zu fachsimpeln, die einen nicht betreffen oder die sich nicht in unmittelbarer Reichweite befinden, aber letztlich bringt es mich persönlich weder weiter oder macht mich glücklicher – Mehrwert = 0.

Und JA, auch gute Vorsätze für’s neue Jahr sind im Zuge dessen super! Besser ich habe gute Vorsätze auf der Agenda, als böse Absätze unter den Hacken oder garstige Absichten gegenüber meinen Mitmenschen. Warum sollte ich das Ende des Jahres nicht nutzen für den eigenen Hausputz im Seelchen und mich selbst mit Motivation beschwingt nach vorne treiben?

Klar sollte ich mir nun nicht völlig übermotiviert ganz unrealistische Ziele setzen oder eine Liste erstellen, mit der man komplett das eigene Wohnzimmer tapezieren könnte. Jedoch hier und dort ein kleiner Anfang nach einem kleinen Ende, das ist ganz und gar meine Ding und ich fahre ehrlich gesagt schon lange ziemlich gut damit!

Das letzte Jahr war in meiner kleinen Seifenblase kein leichtes und wog manchmal ziemlich schwer, aber anscheinend lässt es sich nur mit viel Gewicht anständig trainieren und man lernt sich zu wappnen, sodass nun das kommende Jahr bestimmt ein leichteres für mich wird.

Das neue Jahr steht für mich unter dem Stern der Veränderung – komplett, krass, einfach ganz viel Bewegung und bloß nicht stillstehen!

Nieder mit der Stagnation und kein Platz für Lethargie und andere Faultiere, es muss und wird sich ganz viel ändern. Natürlich werde ich Dich nach und nach an meinen Plänen teilhaben lassen, denn bis jetzt sind sie großartig, wie sie so als Skizze aussehen und sie warten nur auf Verwirklichung!

Wie wird Dein Jahr so, schon Pläne geschmiedet und Träume gesät?

Lässt auch Du Dich von guten Vorsätzen antreiben, was willst Du dieses Jahr ändern oder in Angriff nehmen? Vielleicht kann ich mir ja bei Dir auch etwas abgucken?

Der Kurs des Jahres 2015 steht für mich ganz klar unter dem Stern „volle Kraft voraus“!

Hast Du selbst noch keinen Plan, keine Seekarte des Alltags parat?

Na, dann komm doch einfach mit auf meine große Jahresreise 2015 und  wir rocken das gemeinsam!

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